Donnerstag, 12. Mai 2016

Liebe

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu lieben und geliebt zu werden.
Und damit meine ich nicht die Liebe zwischen Familienangehörigen oder guten Freunden, obwohl das auch ein sehr schönes Gefühl ist.
- Nein, ich meine die Liebe zwischen zwei sich über alles liebenden Menschen. Zwei Menschen, die sich gefunden haben und die den Rest ihres Lebens miteinander verbringen wollen. Genau diese eine kitschige Liebe, bei der alle genervt die Augen verdrehen, bis es sie selbst aus den Schuhen haut.

Ich hatte es nie für möglich gehalten, dass Gefühle so intensiv wahrgenommen werden können. Und das auch noch nach Monaten. Bis jetzt konnte ich mich immer genau so schnell verlieben wie wieder entlieben - keine große Sache.

Und auf einmal war es anders.
Das Verliebtsein war anders. Intensiver, kräftiger, leuchtender.
Es war wie zehn Stockwerke tief fallen und nicht zu wissen, was kommt. Nur dass der Aufprall nicht kommt, sondern der Liebesaufzug weiter mit rasender Geschwindigkeit in die Höhe schießt. Wenn es passiert, dann passiert es richtig. Herzklopfen, schwitzige Hände, weiche Knie, das volle Programm.

Und doch ist es anders als zuvor. Die Achterbahn der Gefühle rast, aber im Vergleich zu sonst fühlt es sich genau richtig an. Jeder Moment sollte genau so sein. Jeder Moment fühlt sich gut an, schon fast perfekt, oder zu perfekt. Ich habe Angst aus der rosaroten Seifenblase aufzuwachen, weil der Aufprall auf den harten Asphalt der Wirklichkeit diesmal so richtig schmerzen würde. Mehr als sonst. Mehr denn je.

Das ist es jetzt, denke ich. So soll es sein. So muss sich die wahre Liebe anfühlen: Schmerzhaft. Roh. Wunderschön. Das ist die süchtig machende Liebe, bei der es kein Zurück gibt. An dem Exit-Schild sind wir längst mit 180 Stundenkilometern vorbeigerauscht.

Jetzt wird es ernst. Jetzt fängt das Leben so richtig an. Ich bin über beide Ohren verliebt. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Wozu auch? Jetzt gibt es dich und mich. Jetzt gibt es uns.